Über uns
Werkstatträte Hamburg ist die gemeinsame Interessen-Vertretung der Beschäftigten bei den Hamburger Werkstätten und anderen Leistungsanbietern.
Wir unterstützen die Arbeit der Werkstatträte und vertreten die Interessen der 5000 Beschäftigten in den Hamburger Werkstätten.
Wir setzen uns für gute, sichere und passende Arbeitsplätze ein und fordern einen auskömmlichen Werkstattlohn für alle Beschäftigten.
Wir sprechen mit den Geschäftsführungen und reden mit Behörden und Politikern.
Wir sind Mitglied in der in der Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen in Hamburg (LAG Hamburg eV) und bei Werkstatträte Deutschland (WRD).
Wir kommen aus den Elbe-Werkstätten, der Werkstatt alsterarbeit und den Arbeitsbereichen vom Bergedorfer Impuls, der Hamburger Arbeits-Assistenz und dem Rauhen Haus. Wir werden alle 4 Jahre von allen Werkstatträten in Hamburg gewählt.
Ein Blick auf unsere Geschichte
Gründung
Die Landes-Arbeits-Gemeinschaft der Werkstatträte in Hamburg (LAG WR HH) gibt sich im September eine Geschäftsordnung. Schon vorher gab es einen regen Austausch unter den Werkstatträten in Hamburg. Nun wurde die Landes-Arbeits-Gemeinschaft unter dem Dach der Landesarbeits-Gemeinschaft der Werkstätten in Hamburg (LAG WfbM Hamburg) gegründet.
Die Bundes-Arbeits-Gemeinschaft der Werkstatträte (BVWR) wird gebildet. Der LAG Werkstattrat Hamburg ist dabei und mit zwei Delegierten und einer Vertrauensperson vertreten.
Der LAG WR Hamburg besteht aus einer 8-köpfigen Delegierten-Versammlung, die die Entscheidungen trifft und einem 2-köpfigen Vorstand. Die Delegierten und der Vorstand setzen sich je zur Hälfte aus Werkstatträten aus den Elbe-Werkstätten und der Werkstatt alsterarbeit zusammen.
In der Diskussion auf Bundesebene um ein neues Entgelt-System schlägt der LAG WR Hamburg das „Basisgeld“ vor.
Der LAG WR Hamburg wird Mitglied in der Landes-Arbeits-Gemeinschaft für behinderte Menschen in Hamburg (LAG Hamburg). Die LAG Hamburg ist ein Selbsthilfe-Verein.
Der LAG WR und die LAG WfbM unterzeichnen eine Vereinbarung über Rahmenbedingungen, Aufgaben und Ziele der Vertrauensperson.
Im November führt der LAG WR eine 2tägige Ausstellung im Museum der Arbeit durch. Ziel ist es, die Arbeit in den Werkstätten bekannt zu machen. Titel der Ausstellung: Ist das Inklusion? Es kommen über 100 Besucherinnen und Besucher, die auch Gelegenheit bekommen, die Arbeiten selbst auszuprobieren.
Eine Ausstellung als Mitmach-Aktion
Am 10. und 11. November 2019 gab es im „Museum der Arbeit“ eine besondere Ausstellung. Sie hatte den Namen: Ist das Inklusion? Sie fand im Rahmen der Hamburger Aktion: Zeit für Inklusion statt.
Geplant und organisiert hatte die Ausstellung die Landes-Arbeits-Gemeinschaft der Werkstatträte in Hamburg (LAG WR HH). Ziel der Ausstellung war es, die Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Hamburg bekannter zu machen. Werkstatträte und Beschäftigte aus den Elbe-Werkstätten und der Werkstatt alsterarbeit stellten sich und ihre Arbeit vor.
Es war das erste Mal, dass Beschäftigte der beiden großen Hamburger Werkstätten gemeinsam und eigenständig ein solches Projekt auf die Beine gestellt haben. Das ‚Museum der Arbeit‘ hatte dankenswerter-weise einen großen Raum im 2. Stock für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.
Mehr als hundert Besucher kamen an den beiden Tagen und zeigten sich begeistert. Sie lobten vor allem das Miteinander und die angenehme Atmosphäre. Ein buntes Treiben, das sonst in einem Museum nicht üblich ist. Jeder konnte verschiedene Arbeiten aus den Werkstätten kennen lernen und ausprobieren. 18 Beschäftigte, die an beiden Tagen ihre Arbeit vorstellten, kamen offen mit den Besuchern ins Gespräch. Sie zeigten, wie man fachmännisch einen Knopf annäht, einen Stuhl flechtet oder ein Buch bindet.
Es war eine Ausstellung zum Mitmachen, eine Begegnung mit Menschen und mit Arbeit.
Auf mehreren Stellwänden konnte sich jeder ein Bild von der Geschichte der beiden Werkstätten machen. Die ersten Einrichtungen für Arbeit und Beschäftigungen für Behinderte in Hamburg gab es schon im Jahre 1863.
Beliebt war eine Wand mit Fotos von Menschen in der Werkstatt, zu denen man Interessen und Merkmale zuordnen sollte. Wer wollte, konnte ein Los ziehen. Es gab Preise aus den Werkstätten zu gewinnen. Hauptpreis war eine Führung durch eine Werkstatt. Fast immer besetzt war eine Kinderecke, wo Buttons bemalt werden konnten.
Der LAG WR vergrößert sich. Es gibt zwei neue Mitglieder: der Werkstattrat vom Bergedorfer Impuls und der Werkstattrat vom Rauhen Haus.
Der LAG WR beschließt eine neue Geschäftsordnung.
Zur Delegierten-Versammlung gehören jetzt 12 Werkstatträte: 7 aus den Elbe Werkstätten, 3 aus der Werkstatt alsterarbeit und je 1 aus den beiden neuen kleineren Werkstätten. Außerdem haben Vertreterinnen der Frauenbeauftragten ein Recht auf Teilnahme an den LAG WR Sitzungen.
Der LAG WR Hamburg nimmt an einer Demonstration vor dem Bundestag in Berlin teil. Organisiert wird die Veranstaltung von Werkstatträte Deutschland.
Demonstriert wird für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten.
Im September feiert der LAG WR sein 20-jähriges Jubiläum. Wir feiern im Hafen an den Landungsbrücken mit einem Essen und einer Hafenrundfahrt.
Im November veranstaltet die LAG WfbM Hamburg einen Landeskongress mit Gästen aus ganz Norddeutschland.
Das Thema ist: Inklusion ist mehr wert. Der LAG WR gestaltet das Programm mit und bietet einen Workshop und einen Sketch an.
Was ist Inklusion?
Antworten von Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf dem Workshop des LAG WR auf dem Landeskongress in Hamburg im November 2023.
Für alle Menschen gilt:
Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
Artikel 23, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Inklusion ist:
- Ein Weg für ALLE
- Selbstbestimmung und Freiheit
- Mittendrin sein
- Eine runde Sache für Menschen mit und ohne Behinderung.
- Die Einbeziehung eines Einzelnen in das Gesamte.
- Das Verb dazu nenne ich inklusieren.
- Ein Miteinander und Füreinander
- Ein Wunsch, eine Idee, eine Einstellung, ein Ziel.
- Die Utopie einer Gemeinschaft.
- Inklusion erscheint mir momentan eher unrealistisch.
- Inklusion ist nicht nur das Schaffen von Möglichkeiten, sie sollte im Denken der Menschen beginnen.
- Wertschätzung aller Menschen und damit Gleichbehandlung.
- Wenn im Alltag Unterstützung und Ausgleich für Handicaps so unauffällig und selbstverständlich in allen Lebensbereichen geschieht, dass niemand mehr das Wort braucht.
- Inklusion ist ein schweres Wort.
- Die Berücksichtigung der Bedürfnisse, Eigenständigkeit und Unabhängigkeit aller.
- Es geht um die Sicherstellung des Rechts auf Arbeit und sich seinen Unterhalt zu erarbeiten.
- Inklusion beginnt mit Begegnung und Austausch.
Am 26.3. organisiert der LAG WR eine Demonstration auf dem Hamburger Rathausmarkt. Es beteiligen sich viele Beschäftigte und Werkstatträte.
Demonstriert wird für ein gerechtes, auskömmliches Entgelt aus einer Hand und für eine angemessene Beteiligung am geplanten Reformprozess der Werkstätten.
Demonstration auf dem Rathausmarkt
Am 26.03.2024 haben Beschäftigte aus allen Hamburger Werkstätten für Menschen mit Behinderung auf dem Hamburger Rathausmarkt demonstriert. Es war das erste Mal, dass so viele Beschäftigte aus den Werkstätten auf die Straße gegangen sind, um auf ihre Sache aufmerksam zu machen.
Aufgerufen hatte dazu ‚Werkstatträte Hamburg‘. Das Motto der Demonstration war: Wir verdienen mehr! Dahinter steht die Forderung der Beschäftigten in ganz Deutschland nach einem gerechten und auskömmlichen Entgelt und nach einer angemessenen Beteiligung am geplanten Reformprozess der Werkstätten.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat 2020 eine Studie in Auftrag gegeben. Ziel der Studie: die längst fällige Reform des Systems der Werkstätten und die Einführung eines transparenten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Entgelt-Systems. Beschäftigte in Werkstätten erhalten zurzeit durchschnittlich ein Entgelt von etwa 260 € im Monat. Zusätzlich sind sie auf weitere soziale Leistungen angewiesen.
Das Ergebnis dieser Studie liegt seit September 2023 vor. Die Studie hat Vorschläge für die Veränderung der Struktur der Werkstätten und der Schaffung eines Inklusiven Arbeitsmarktes gemacht. Außerdem wurde für die Arbeit der Beschäftigten die Auszahlung eines Mindestlohnes vorgeschlagen.
Das BMAS hatte nun die Aufgabe auf Grundlage der Studie einen Gesetzes-Entwurf vorzulegen, über den dann im Bundestag abgestimmt wird. Das BMAS zögerte aber, einen schriftlichen Vorschlag vorzulegen. Ein Grund: Für eine nachhaltige Veränderung der Werkstätten und des Entgelt-Systems ist kein Geld da. Es besteht daher die Befürchtung, dass es keine nachhaltige Veränderung im Sinne der Studie und im Sinne der Beschäftigten geben wird.
Deshalb haben sich in allen Bundesländern Werkstatträte und Beschäftigte zu Wort gemeldet.
Deshalb haben auch in Hamburg Werkstatträte und Beschäftigte auf dem Rathausmarkt demonstriert. Ihre Forderungen wurden über Flugblätter und über Lautsprecher bekannt gemacht. Viele Beschäftigte ergriffen das Wort, einige hielten zum ersten Mal ein Mikrofon in der Hand.
Die Forderungen sind klar: die Politik muss ihre Arbeit erledigen und die Studie umsetzen. Die Werkstatträte müssen dabei rechtzeitig, umfassend und in barrierefreier Form beteiligt werden.
Ganz oben auf der Liste der Forderungen steht aber ein gerechtes und auskömmliches Entgelt, aus einer Hand ausgezahlt.
Die Demonstration hat sich an die Politik und die BMAS und an die Öffentlichkeit gerichtet, um über die aktuelle Situation in den Werkstätten zu informieren.
Die Hamburger Presse war auch da: das ‚Hamburg Journal‘ hat berichtet und hat ein Interview mit Olaf Böhl von ‚Werkstatträte Hamburg‘ gebracht. Berichtet wurde auch im NDR-Radiosender 90,3, in der Tagesschau und im Fahrgast-Fernsehen des hvv.
Der LAG WR beschließt, sich einen neuen Namen zu geben. Er nennt sich jetzt Werkstatträte Hamburg.
Gleichzeitig ändert er sein Logo.
Werkstatträte Hamburg schließt mit der LAG WfbM eine Vereinbarung ab, die die Freistellung der Delegierten und andere Arbeits-Bedingungen regelt.
Die Interessenvertretung der Hamburger-Arbeits-Assistenz ist neues Mitglied bei Werkstatträte Hamburg.